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#31
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Das ist ja eben die Sache, dass es (heute) irre führend ist. 1860 war aber napoleonisch eben mit Bezug auf Napoleon III. gemeint - ist ja auch irgendwie klar (für die Leute damals), wenn er der einzige Herrscher namens Napoleon zu der Zeit ist
Nosworthy stellt ganz gut heraus, dass die Militärs (und wissenschaftlichen Zeitschriften) in den Staaten recht genau das Geschehen auf den europäischen Schlachtfeldern begutachteten, und da eben besonders die französischen Erfolge der 1850er.
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"I had not previously known one could get on, even in this unsatisfactory fashion, with so little brain." Ambrose Bierce "What I Saw of Shiloh" |
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#32
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Es gibt im übrigen ein sehr gutes neues Buch zur Entwicklung der Kavallerie über alle Zeitepochen mit einem guten Abschnitt zur Kavallerie des amerikanischen Bürgerkriegs: "War Horse" von Louis DiMarco.
Die Amerikaner hatten weder eine relevante Kavallerietradition noch professionell ausgebildete Kavallerieregimenter. Deshalb wurde im Krieg viel improvisiert und pragmatisch aus der Praxis entwickelt. Auf der einen Seite wurde dadurch das Potential professionell trainierter Kavallerie in diesem Krieg nicht genutzt. Auf der anderen Seite wurden neue Einsatzformen entdeckt, welche für die Zukunft Richtungsweisend wurden. Die Verteidigung der Kavallerie im Fussgefecht war im wesentlichen eine Erfindung der Unionskavallerie. Dies ging natürlich dann schon in Richtung berittene Infanterie. Aber in diese Richtung haben sich ja dann auch notgedrungen auf Grund der verbesserten Waffenwirkung die Europäischen Kavallerieverbände im Burenkrieg und Ersten Weltkrieg transformiert. |
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#33
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das Buch von diMarco ist ganz nett, aber ist nur für die Moderne wirklich interessant. jedenfalls nicht was ich erwartet habe, weshalb es auch gleich ins Regal gewandert ist.
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#34
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Es hängt halt immer davon ab, was man erwartet.
Ich kann es nur empfehlen. Es bietet einen systematischen und ausgewogenen Überblick über die Entwicklung der Kavalleriewaffe in 2500 Jahren. Da gibt es nicht viel Literatur drüber. Natürlich gibt es - bei der Fülle des Stoffes nicht anders zu erwarten - manche Details, die man anders sehen kann. Das ganze ist für einen anglo-amerikanischen Author erfreulicherweise nicht ausgesprochen Insel-lastig. Die Darstellung der nordamerikanischen Kavallerieerfahrung und des Burenkriegs gibt jedoch erfrischende andere Blickwinkel, die bei europäischen Autoren ansonsten oft übersehen wird. Die napoleonische Epoche kommt allerdings kavallerietechnisch bei DiMarco nicht gut weg. Umso besser aber Seydlitz. |
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#35
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Zitat:
was das Buch aber überhaupt nicht erfüllt sind die 2500 Jahre, wenn man es genau nimmt sind es nichtmal 250 Jahre, weder geht er vor dem 19. Jhd. ernsthaft auf aussereuropäische Kavallerie ein, noch fällt es ihm ein nach dem 2. WK hinaus das Pferd in der Kriegsführung Südafrikanischer Länder in den Kriegen der 60er bis 70er zu diskutieren. |
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#36
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Ich fand es schon ziemlich komplett. Altpersische Reiterei, Alexander der Große, Parther, Sassaniden, Ritter, arabische Reiterei, Mongolen, deutsche Reuter, 30-jähriger Krieg, Seydlitz usw.
Alle revanten Entwicklungen der Kavallerietaktiken sind doch abgedeckt. @Latour-Maubourg: Was fehlt Dir? |
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#37
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ich hab mir schon überlegt evtl. eine Rezession zu schreiben, na mal sehn.
also vorneweg, allein wegen dem Titel dachte ich es würde Hauptsächlich auf die verschiedenen Pferderassen eingehn, was es auch generell tut, aber eben nur bei den Themen die er behandelt. was mir sonst so fehlt...die Mongolen hat er ja, und man muss wahrscheinlich nicht auf jedes einzelne Steppenvolk separat eingehn. ob man auf Alexanders und die Persische Reiterei wirklich eingehn muss, naja. bei den Achämeniden war die Reiterei ja nicht die Schlachtentscheidende Waffe, bei den Hellenen immerhin schon, wobei die wiederum eher eine Infanterielastige Armee hatten. bei den Sassaniden hingegen war Kavallerie definitiv das Gros der Armee. man muss auch einfach mal so sagen dass Europa bis ca. mitte 17. Jhd. generell den gösseren Asiatsichen Reichen hinterhergehinkt hat, vor allem auch in der Reiterei. z. b. das Moghul Reich in Indien hatte auf ihrem Höhepunkt ca. 300.000-600.000 Reiter, bei einer Papierstärke von einer Million (!), sowas kann man eigentlich kaum ignorieren, generell ging auf dem Indischen Subkontinent in Richtung Kavallerie sehr viel, und diese tradition ging auch nie wirklich verloren, man sehe nur mal 1. & 2. WK die berittenen Regimenter der britischen Kolonialmacht etc. wobei natürlich in der Literatur leider sehr wenig existiert über Indische Kriegsführung. was die moderne betrifft, warum redet er über westeuropäische Kavallerie? im europäischen Kontext kommt man eigentlich überhaupt nicht um die poln. Hussaria herum, immerhin war Polen-Litauen auch der grösste zusammenhängende Staat der Renaissance in Europa, und das nicht ohne Zufall. deshalb hätt ich mir als repräsentative Schlacht z.b. Kirchholm gewünscht anstatt von Lützen. speziell im 18. Jhd. hätte man auch noch Nadir Shah in Persien erwähnen können, aber für die meissten Authoren war Asien nach dem 17. Jhd noch nie interessant. in den Nap. Kriegen geht er ja wenn überhaupt nur rudimentär auf Frankreich ein und als Fallbeispiel wählt er Waterloo, da fallen mir bestimmt auf anhieb drei Schlachten ein die besser gewesen wären. deshalb verwundert es auch kaum wenn er Kellermann und Uxbridge lobt - wahrscheinlich kannte er sonst eh niemand... Rezonville ist bei ihm die letzte grössere Schlacht in der Kavallerie in klassischer Art gegeneinander gefochten hat, dabei ignoriert er ganz den 1. WK wo es doch in den ersten tagen sogar zu zwei Schlachten zwischen zwei Divisionen kam, Haelen in Belgien und Jaroslawice in Galizien, wobei nur die Belgier bei Haelen abgesessen gekämpft haben. dann gitb es noch mind. eine Schlacht jeweils im Polnisch-Russischen Krieg und im Russischen Bürgerkrieg 1920-21 in dem es zu grösseren Kavallerieschlachten kam, diese aber nicht gut dokumentiert sind. evtl. kam es auch in der Mandschurei 1945 noch zu zusammenstössen Mongolisch-Sowjetischer Kavallerie und der Mongolischen Kavallerie von Mandchukuo, das habe ich mir auch noch nich so genau angesehn, aber das ist auch recht schwierig wenn man nicht gerade Russisch oder Japanisch spricht... im Epilog geht er ja noch Afghanistan ein wo US Special Forces zusammen mit Nordafghanischen Rebellen für die Kamera herumreiten... es hätte mir besser gefallen wenn er sattdessen auf die Kriege der 60er-70er in Südafrika eingeganen wäre wo ja teilweise noch berittene Einehtien effektiv zum Einsatz gekommen sind durch Rhodesien im Buschkrieg, Portugal im Kolonialkrieg und auch von Südafrika in Angola und SW-Afrika. Afrika, abgesehn von den Buren wird ja eh nicht behandelt, obwohl im Westafrika das Pferd ab dem Spätmittelalter doch eine grosse Rolle in der Kriegführung gespielt hat. China muss man nicht wirklich behandeln obwohl es vielleicht interessant wäre, Lateinamerika ist da schon viel interessanter, da haben Gauchos unter anderem schon eien wesentliche Rolle gespielt vor allem im Unabhängigkeitskrieg. dann gibt es noch das Volk der Mapuche (Araukos) die im heutigen Chile schon im 16. Jhd. das Pferd für sich entdeckt haben und den Spaniern bzw. später Chilenen bis ins späte 19. Jhd. eben durch ihre Reiterei sehr erfolgreich die Stirn geboten haben. man merkt schon dass das Buch sehr Europa/Nordamerika-lastig ist.... ![]() naja jetzt ist es ja doch fast ne Rezession geworden.. natürlich kann man kaum erwarten dass er all das in einem einzgien Buch abhandelt aber ich finde dass ähnliche Bücher teilweise besser wegkommen bei dem was sie haben als diMarco hier. |
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#38
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Da hast du natürlich Recht. Das Thema ist aber auch nicht einfach und für einen Ami ist DiMarco schon ziemlich umfassend. Das eine Buch, wo alles drinsteht, gibts ja eh nicht.
Vielleicht ein paar Anmerkungen: Ich halte Alexanders Reiterei deshalb für die Darstellung der Kavallerietaktiken wichtig, da sie a) für ihn schlachtenentscheidend war und er b) eigentlich als einer der ersten die Attacke mit der blanken Waffe perfektioniert hat. Die polnische Hussaria hat leider in der nicht-polnischen Geschichtschreibung noch nicht ihren gebührenden Platz gefunden. Sie waren es, welche die Attacke mit der blanken Waffe und die Schocktaktik wieder nach Europa brachten. Man schreibt dies ja Gustav Adolf zu, doch die Schweden hatten es in leidvoller Erfahrung vorher von den Polen lernen müssen. Im Ersten Weltkrieg hat DiMarco zu sehr die britische Brille auf. Das beste Beispiel ist dabei das Gefecht von Lagarde am 11. August 1914, bei dem die bayerischen Ulanen - die ich ja darstelle - französiche Infanterie und Artillerie in einer Attacke weggefegt haben. Es ist die einzige erfolgreiche Attacke im größeren Verbandsrahmen an der Westfront. Und dann gibts ja noch den Feldzug von 1915 im Osten, bei dem die Kavalleriedivisionen ja eine wichtige Rolle spielten. |
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